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Steine für das Aquarium

15 Nov 2008 19:49 • geschrieben von Tobias Coring

Gestein als Teil des Hardscapes nimmt einen sehr wichtigen Aspekt bei der Gestaltung des Aquariums ein. Steine können nicht nur sehr gut mit Wurzeln kombiniert werden, sie sind auch für sich allein ein wunderbares Dekorationsmittel.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Gesteinsarten, die dem Aquariengestalter zur Verfügung stehen. Aquariengeschäfte, Natursteinhandel oder die Natur selbst bieten facettenreiche Auswahlmöglichkeiten, die bei der Kreation des Wunschaquariums bzw. Layouts helfen.

In diesem Artikel sollen unterschiedliche Steinsorten vorgestellt werden, um einen Überblick über diese zu schaffen. Vor- und Nachteile der verschiedenen Steine sollen ebenfalls abgewogen werden. Die vorgestellten Steinsorten sind natürlich nur eine erste Inspirationsquelle, da es noch sehr viel mehr Steinsorten gibt, auf die bei der Gestaltung zurückgegriffen wird.

Lavasteine

islandlavaLavasteine gibt es in vielen Variationen. Sie können teilweise relativ massiv sein oder sehr porös. Massivere Lavasteine sind meist dunkler gefärbt. Islandlava ist im Gegensatz dazu rötlich bis schwarz und sehr leicht.

Lavasteine lassen sich gut bearbeiten, um gewünschte Formen aus ihnen herzustellen. Ebenfalls kann Lava auch mit Pflanzen versehen werden. Hierfür können in die Lava kleine Löcher gebohrt und in diese die Pflanzen gesetzt werden, oder die  Pflanzen/Moose werden lediglich auf die Lava aufgebunden. Durch die grobe Struktur der Lava finden die Wurzeln schnell Halt, und der Stein wird rasch von den Pflanzen zugewachsen. Hierdurch kann man sehr schöne riffähnliche Aquarien gestalten. Die dunklen Lavasteine eignen sich auch für attraktive Steinaufbauten ohne üppigen Pflanzenbewuchs. Neben der Möglichkeit, die Steine bewachsen zu lassen, bieten die Lavasteine eine gute Besiedlungsfläche für Bakterien im Aquarium und tragen so zur Filterung bei.

Lavasteine geben keine Stoffe an das Wasser ab und härten somit das Aquarienwasser nicht auf.

Beispielbecken:

Hills of Ireland
, Werners Riff


"Minilandschaft" (auch Seiryu-Stein bei ADA genannt)

minilandschaft"Minilandschaft" sind schwere, stark zerklüftete Steine, die in unterschiedlichen Varianten auf dem Markt sind. Es gibt diese in länglicher spitz zulaufender Form oder auch als strukturierte Brocken, die sehr attraktiv aussehen. Durch ihre raue Oberfläche erinnern die Steine sehr an natürliche Gebirge oder Felslandschaften.

Die Gestaltung mit diesen Steinen ist relativ einfach, da sie sehr natürlich wirken und so die Grundlage für schöne Kreationen bilden. "Minilandschaft" hat jedoch den Nachteil, dass die Steine das Wasser aufhärten und so die Gesamthärte und die Karbonathärte mit der Zeit ansteigen. Hier benötigt man weiches Wasser, das man häufiger wechselt. Personen mit hartem Ausgangswasser sollten von diesen Steinen lieber die Finger lassen oder sich nur auf Hartwasserpflanzen beschränken.

"Minilandschaft" macht sich für Iwagumis besonders gut.

Beispielbecken:

Iwagumi, MossReef


 

 

Versteinertes Holz

versteinertes holzVersteinertes Holz (Steinholz) existiert in unterschiedlichen Farb- und Formvarianten, da es auf die Holzarten und die chemische Lösung bei der Versteinerung ankommt. Primär entsteht das versteinerte Holz durch Verkieselungsprozesse, es gibt jedoch auch versteinertes Holz mit hohem Calcitgehalt.

Versteinertes Holz ist ein sehr dekoratives Gestein, mit dem sehr hübsche Layouts realisiert werden können. Es ist in sehr unterschiedlichen Formen und Farben erhältlich und bietet somit viel Spielraum bei der Gestaltung. Seine oft raue und geschichtete Struktur gibt diesem Gestein einen besonderen Stil.

Versteinertes Holz kann aufhärtende Substanzen an das Wasser abgeben. Dies im Besonderen, wenn das versteinerte Holz auf Calcitbasis entstanden ist. In der Regel härtet diese Gestein aber das Wasser nicht sehr auf.

Versteinertes Holz kann sehr gut für Iwagumis genutzt werden.

Beispielbecken:

Field of Dream


Leopardenstein

 

leopardengesteinLeopardensteine gehören zur Mineralfamilie der Rhyolithe und haben somit vulkanischen Ursprung. Es handelt sich hierbei um kieselsäurereiches Vulkangestein, welches das Wasser aber wegen der weißen Einschlüsse leicht aufhärten sollte.

Durch die schwarze Farbe der Steine mit weißen Schichten und Einschlüssen wirkt auch dieses Gestein sehr attraktiv. Durch sein hohes Gewicht benötigt man jedoch einige Kilogramm, um dekorative Steinlayouts zu erzeugen.




 

 

Drachenstein (auch Ohko-Stein bei ADA genannt)

 

drachenDrachenstein ist ein sehr attraktives asiatisches Gestein. Im Aquarium reichen die Farben der Steine von rot und braun bis hin zu beige. Es hat zudem eine löchrige Struktur und wirkt hierdurch besonders kontrastreich.

Drachensteine finden in Iwagumis oft Verwendung. Sie können jedoch auch sehr gut mit Stängelpflanzen kombiniert werden. Drachensteine gibt es in spitz zulaufenden Formen ebenso wie als dicke Brocken, wodurch viel Spielraum bei der Gestaltung bleibt.
Die Wasserhärte wird durch die Drachensteine nicht beeinflusst.

Beispielbecken:

Iwagumi


Pagodenstein

pagodenPagodensteine sind geschichtete Steine mit unterschiedlicher Farbgebung. Exemplarisch sollen hier weiß/braune Pagodensteine vorgestellt werden. Durch ihr helles Erscheinungsbild mit den sich abhebenden braunen Schichtungen setzen sich die Pagodensteine stark von den anderen Steinsorten ab. Die Steine erinnern stark an natürliche Felslandschaften und bieten einen sehr guten farblichen Kontrast zu den Pflanzen.

Pagodensteine können geringe Mengen an Kalkeinschlüssen aufweisen, wodurch sie das Wasser leicht aufhärten können. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, mit weichem Wasser zu arbeiten oder die Steine zusammen mit Pflanzen und Fischen einzusetzen, die härteres Wasser bevorzugen.

 

 

 

 

Basaltstein

 

basaltBasaltsteine haben vulkanischen Ursprung und je nach Entstehungsort eine relativ variable Zusammensetzung. Ihr Erscheinungsbild ist jedoch weitestgehend ähnlich. Diese schweren Steine haben meist ein dunkles Erscheinungsbild und wirken optisch sehr ansprechend. Steinaufbauten und Felsarrangements sind mit diesem Gestein gut zu realisieren. Basaltsteine findet man in der Natur oder auch bei Natursteinhändlern. Im Aquaristikhandel werden diese Steine meist nicht angeboten, obwohl sie sehr dekorativ sind.

Basalt gibt in der Regel keine aufhärtenden Substanzen an das Wasser ab.

Beispielbecken:

54 Liter

 

 

 

Asiatisches Lochgestein

lochAsiatisches Lochgestein sticht mit seiner sehr hellen, teilweise auch weißen Farbe sehr heraus. Mit diesem Gestein lassen sich gut Höhlen und Klüfte bilden. Eine besondere Eigenschaft dieses Gesteins ist die recht starke Aufhärtung des Wassers, da es sich um Kalkstein handelt und somit die Gesamthärte als auch die Karbonathärte steigt.

Asiatisches Lochgestein eignet sich somit primär für Chilidenaquarien bzw. Becken, die vor allem Fische und Pflanzen beherbergen, die eine hohe Wasserhärte bevorzugen. Aus diesem Grund findet es in der Naturaquaristik bzw. beim Aquascaping wenig Anwendung.

 

 

 

Riffgestein

 

riffsteinRiffgestein stammt von toten Riffen im Meer. Es ist aus diesem Grund nicht besonders gut für die Aquariengestaltung zu gebrauchen, da es das Wasser relativ stark aufhärtet. Die Formen sind dagegen sehr interessant und bieten mit ihrer hellen Farbe einen Hingucker im Becken. Leider zersetzen sich die feinen Strukturen des Gesteins relativ schnell im Wasser. Mit Pflanzen, welche härteres Wasser bevorzugen, lassen sich somit aber dennoch hübsche riffähnliche Bereiche im Aquarium einrichten. Riffgestein soll jedoch auch Nitrat und Phosphateinschlüsse aufweisen können, die ggf. zu unschönen Überraschungen führen.
In Cichlidenbecken sollte diese Steinart gut einzusetzen sein. Diese Steine sind zudem recht leicht.

 



"Aquarienfelsen"

mond"Aquarienfelsen" sind abwechslungsreiche Steine mit Kratern, Rissen, Höhlen und allen möglichen weiteren Formen. Das Gestein hat ein sehr geringes Eigengewicht und die Struktur erinnert an Lavasteine, jedoch in grauer Variante. Es lassen sich schöne Aufbauten mit diesen Steinen realisieren, jedoch härtet auch diese Steinart das Wasser auf.
Wie bei dem asiatischen Lochgestein und dem Riffgestein kann diese Steinart aber gut in Cichlidenbecken eingesetzt werden und dort ihr Potenzial entfalten.

 

 

 

 

 

 

Schiefer

 

schieferSchiefer, auch Tonstein oder Tonschiefer genannt, existiert in unterschiedlichen Farbtönen. Primär sind Schieferplatten bekannt, jedoch gibt es auch größere Schiefersteine, die sich gut zur Dekoration eignen. Auch können Platten mit z.B. Aquariensilikon zusammengeklebt werden, hierdurch sind mannigfaltige Formen möglich. Plateaus oder treppenartige Steigungen sind so zu realisieren.
Tonschiefer gibt in der Regel keine aufhärtenden Substanzen an das Wasser ab. Es gibt auch Ölschiefer. Dieser ist für eine Verwendung im Aquarium nicht geeignet.