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Gestein und Holz für das Aquascape

06 Dec 2008 13:09 • geschrieben von Roy Deki

"Layout-Materialien" gehören zu den wichtigsten Aspekten des Aquascaping. Materialien wie Steine und Treibholz helfen, eine natürlichere Szenerie im bepflanzten Aquarium zu gestalten. Typ, Formen und Platzierung dieser Materialien können Stimmungen und Gefühle beim Betrachter auslösen. Die Kombination von Holz und Gestein oder der Einsatz nur eines von beiden können Dein Aquascape beträchtlich verbessern.

Aquascaping mit Treibholz


Sei vorsichtig bei der Holzauswahl, um das Aquascape nicht mit einem überdimensionierten Teil zu überladen. Viele Aquarianer verwenden klobige Formen von "Malayischem" Treibholz, während andere vielleicht "Manzanita"-Zweige verwenden (im westlichen Nordamerika heimische Arctostaphylos (Bärentraube) - Arten, Sträucher und kleine Bäumchen,  ähnlich den hierzulande eher für Gestecke üblichen  Ästen und Zweigen der Korkenzieher-Haselnuss), abhängig von dem Aussehen, das sie zu erreichen suchen. Bei verzweigtem Holz sollte der Durchmesser der Äste zu den Maßen Deines Aquariums passen. Du wirst weder zu dicke noch zu dürre Zweige wollen, sondern eine gesunde Mischung von Durchmessern im Verhältnis zur Größe Deines Aquariums. Bei der Auswahl Deiner Äste achte darauf, dass sie möglichst viele Verzweigungen, Verdrehungen und Biegungen besitzen. Das wird helfen, Deinem Aquascape Charakter zu geben.

Halte Holz im Überfluss bereit, um daraus auswählen zu können, und zögere nicht, Deine Äste zu brechen oder zu zu schneiden, um sie für einen bestimmten Platz anzupassen. Die Enden dieser Zweige sollten immer gebrochen werden, nicht geschnitten oder gesägt. Ein glatter 90°-Schnitt am Ende Deines Astes kann die natürliche Erscheinung, die Du zu erreichen suchst, verderben. Wenn Du mehr als genug Holz gesammelt hast, solltest Du Dir die Zeit für seine Vorbereitung nehmen, bevor Du es im Becken verwendest. 

wood2Manzanita-Äste sind in unserem Hobby sehr beliebt wegen ihres Preises, ihrer Dichte und des Charakters, den diese Äste besitzen. Vor Verwendung dieses Holzes wirst Du es wässern müssen, bis es von allein sinkt. Das Wässern hat zwei Aufgaben. Die eine ist, möglichst viel Tannin auszulaugen. Ich benutze eine extra Badewanne in meinem Haus, um dieses Holz zu wässern. Ich fülle die Wanne mit möglichst heißem Wasser und versenke die Äste, indem ich Steine drauflege. Jeden zweiten Tag wechsle ich das Wasser gegen heißes Frischwasser. Das öffnet die Poren des Holzes und beschleunigt das Auswaschen der Tannine. Normalerweise wässere ich das Holz einen Monat lang, obwohl zwei Wochen auch reichen sollten. Danach sind die Tannine größtenteils entfernt und das Holz ist vollgesogen und sinkt von allein.

wood1"Malayisches" Holz (wahrscheinlich am ehesten mit dem bei uns erhältlichen "Mangrovenholz" zu vergleichen) ist eine weitere beliebte Wahl bei Aquarianern. Der Vorteil dieses Holzes ist seine Dichte, die es auch völlig trocken sinken lässt. Der Nachteil dieser Art von Holz ist sein Gehalt an Tanninen. Einweichen in heißem Wasser ist unabdingbar, bevor Du es in Deinem Becken verwendest. Je größer das Stück, desto länger wird es Tannine abgeben. Ich hatte große Stücke, die genug Tannine abgaben, um mein Becken wie mit Eistee gefüllt erscheinen zu lassen; dies hörte erst nach etwa 8 Monaten mit wöchentlichen Wasserwechseln auf. Kaufe gebrauchtes "Malayisches Treibholz" von anderen Aquarianern, und Du kannst Dir das Einweichen schenken.
 
 
"ADA Old Black wood" ist für einige Aquascaper mit die attraktivste Art von Holz. Es wird in Südamerika gesammelt, entlang des Mittellaufs des Rio Negro ("Schwarzer Fluss") tief in Amazonien. Es ist sehr dicht und sinkt von alleine. Anders als die anderen besprochenen Arten von Treibholz gibt das "ADA old black wood" keine Tannine ab und braucht daher nicht gewässert zu werden. Einige der interessantesten Stücke, die ich je gesehen habe, sind "ADA old black wood". Der Preis dieses Holzes ($24 oder mehr pro kg) macht es für die meisten Aquarianer unerschwinglich, aber einen Versuch in einem kleineren Becken kann es allemal wert sein.

Wie gesagt, versuche, etliche Holzstücke bereit zu halten, um davon auswählen zu können, bevor Du mit Deinem Aquascape beginnst. Ich habe viele Leute mit gerade mal drei oder fünf Stücken aquascapen gesehen, nur um an dem Mangel an Möglichkeiten zum Arrangieren zu verzweifeln. Du hast sehr wenig Optionen, wenn Dir zu wenige Äste zur Verfügung stehen. Gib Dir mehr Möglichkeiten! Und außerdem wird dann das übrige Holz schon gewässert und von Tanninen befreit sein für ein späteres Projekt.


Felsbrocken & Steine


Mit am wichtigsten ist es, nur eine Gesteinsart in Deinem Aquascape zu verwenden. Ich habe oft zwei oder drei Gesteinsarten im selben Aquascape gesehen, und es gibt mir nichts als ein Stirnrunzeln. Der Mangel an Durchgängigkeit bei den Steinen reicht mir, um den Rest des Aquascapes zu übersehen.

stone1Es werden viel zu viele verschiedene Gesteinsarten beim Aquascaping verwendet, um sie alle erwähnen zu können. Einige der attraktivsten sind "Seiryu-seki"-, "Shou"-, "Ryuoh"- und "Manten"-Steine. Diese werden alle aus Japan importiert, so dass die Kosten ganz beträchtlich sein können. Das hindert viele Aquarianer am Kauf und somit daran, die unglaubliche Schönheit dieser Steine zu genießen.

Am weitesten verbreitet sind solche, die in und um verschiedene Fundstätten gesammelt werden. Ich bin selbst auf ein paar "Steinsammelausflüge" gegangen. Einmal kaufte ich einige sehr interessante Lavasteine von einem anderen Aquarianer, nur um später genau dieselben Steine hier vor Ort in Arizona zu finden. Also geh raus und sammle Steine! Deine Zeit und Mühe wird sich gut bezahlt machen. Eine andere Quelle für Steine kann Dein örtlicher Stein- und Landschaftsbedarfshändler sein. Ich habe Steine aus einem Baumarkt in meiner Nähe verwendet. Es gibt sie in verschiedenen Farben und sie scheinen mein Umkehrosmose-Wasser bei einer KH von 4-5 °dH zu puffern. Ein großer Vorteil für mich, denn ich nutze 100% Umkehrosmose-Wasser in all meinen Aquascapes. Egal woher Du Deine Steine bekommst, achte darauf, eine reichliche Menge zu bekommen. Genau wie beim Holz ist es immer besser, Optionen zu haben, wenn Du diese Steine im Becken platzierst. Vergiss schließlich nicht, dass größere Brocken auch ein großartiges Ausgangsmaterial sind. Diese Steine können mit einem gut platzierten Meißel und Hammer gebrochen werden - achte aber darauf, dabei eine Schutzbrille zu tragen.

 

Den Original-Artikel von Roy Deki findet ihr im Aquascaping World Magazin. Übersetzt von Hardy.

 

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