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ADA-Style Unterschrank

26 Jan 2009 06:31 • geschrieben von Bender

Durch einen Besuch bei Aquarium Warburg, wo ich das erste Mal ADA Hardware live erleben durfte, wurde mir klar, dass durch „Weglassen", ein Naturaquarium erst richtig zur Geltung kommen kann. Die Wahl der richtigen Beckenabmessung allein machen die Anfertigung eines geeigneten Unterschrankes unumgänglich. Da ich nicht bauen lassen wollte, und die Originale doch schwer zu bekommen sind,

ausserdem meinen Preisrahmen sprengen, entschied ich mich für den Selbstbau durch den Artikel im Aquascaping World Magazin in der Maiausgabe von AquascapingWord inspiriert.
Durch die Abmessungen der Grundfläche von 70x45 cm ist es später einfacher, Tiefenwirkung im Aquascape zu erzeugen.

Ohne Vorkenntnisse und mit bescheidenem Werkzeugkoffer machte ich mich an die Internetrecherche und ich entschied mich für MDF (Mitteldichte Holzfaserplatte) als Material. Die Füße sollten verstellbar sein um Unebenheiten jedes Bodenbelages ausgleichen zu können. Aus Kostengründen musste ein Kompromiss zwischen Rolle und Lackierer gefunden werden und ich entschied mich für eine Lackierung aus der Dose.

Dieses Beispiel soll lediglich eine Möglichkeit zeigen, Statik, Verbindungen und Materialauswahl sollten von jedem Eigenbauer selbst angepasst werden, im Zweifel lieber mal im Forum (Flowgrow) oder Fachbetrieb nachfragen. Manches würde man bei nächsten Mal immer anders machen.

Meine Materialliste :

  • MDF, tragende Seiten 19mm Wandstärke Rest 16mm  ~45€
  • Holzleim ~6€
  • 2K Spachtel ~10€
  • 2 Dosen MDF Grundierung aus dem Baumarkt ~25€ pro Dose
  • 8 Dosen Sprühlack schwarz hochglänzend 3,10€ pro Dose
  • 2 Dosen Klarlack hochglänzend 7,95 pro Dose
  • 50 Blatt Schleifpapier verschiedene Körnung ~
  • Füße mit M12 Gewindestangen
  • 8 M12 Muttern
  • Halteplatten
  • Klebevlies zusammen ~ 70€
  • LED Beleuchtung ~5€
  • 4 Scharniere mit außenliegendem Türanschlag ~24€


Werkzeuge:


  • Topfbohrer
  • Lochsäge
  • Wabbelschleifer
  • gutes Klebeband
  • Spachtel
  • Lackierset

 

A


Die Pressplatten habe ich im mangels Säge im Fachhandel zuschneiden lassen. Hier sollte man penibel sein, jeder Millimeter zuviel muss mühsam beigeschliffen werden (s. Abb.). Nach der ersten Anprobe wurde, nicht zu dick, Holzleim auf die Klebeflächen aufgetragen. Die Box mit gutem Klebeband unter Spannung umwickelt bis der Leim ausgehärtet ist. Ich habe keine Lamellos oder Schrauben verwendet, die Konstruktion ist selbsttragend mit innenliegender Rückwand und vorliegender Tür. Wenn man auf Schrauben nicht verzichten möchte, sollte man diese nur von oben oder unten schrauben, da sonst später jede kleinste Delle im Spachtel auf der Hochglanzoberfläche zu sehen ist.

B

Noch die Blende vorkleben und eine Schaumstoffmatte als Unterlage zuschneiden, dann erste Anprobe.

C



Schlauch und Kabeldurchführungen sollte man vorher einplanen, evtl schon vor dem Zusammenkleben sägen. Ich habe mich für zwei gleichgroße, runde Löcher entschieden, die ich mit einem Rundbohrer in die Rückwand gearbeitet habe. So kann man unten bequem den Eurostecker eines Verteilers hindurchbekommen und hat nur ein zuführendes Kabel, wenn das Becken nachher nicht an einer Wand steht bringt das einen optischen Vorteil. Durch das obere Loch können Filterein- und Auslaufschlauch gezogen werden, da später Ein- und Auslauf direkt nebeneinander sitzen sollen um optisch, nach Amanovorbild, aus einem Guss zu wirken..


D


Zuerst habe ich mit großer Körnung grob vorgeschliffen, dann die erste Schicht Grundierung aufgerollt, dann gespachtelt und wieder geschliffen. Großflächiges schleifen ist des Rätels Lösung, ich habe mir eine Schwabbel geliehen und zeigen lassen wie man richtig schleift. Diese Schritte muss man sorgfältig wiederholen und vorallem nicht die Geduld verlieren. Ich habe ca 6-7 Arbeitsstunden mit dem Schleifen und Spachteln verbracht, wenn man geübt ist geht das natürlich schneller.
Dazu muss man die Trockenzeiten der Grundierung und Spachtel einhalten. Handelübliche Feinstaubmasken sollte man aufgrund des Materials gleich beim ersten Baumarktbesuch mitnehmen ;). Dem Post eines Flowgrow Lackierers habe ich entnommen, dass 2 Komponentenspachtel bei einer Lackierung ein Muss ist, ich habe mich sicherheitshalber daran gehalten.

E



Bei MDF kommt man um eine Grundierung nicht herum, vorallem die Kanten ziehen sonst zu viel Farbe.
Im Nachhinein würde ich eine Grundierung aus der Dose nehmen, der Preisunterschied wird dadurch aufgehoben, dass man dünner und gleichmäßiger auftragen kann und man weniger schleifen muss.Wenn man doch rollt,sollte man auf ein Rollenmaterial achten, dass die Blasenbildung minimiert.

F



Mit einenem Topfbohrer sollte man, möglichst vor dem ersten Grundieren, Löcher für die Scharniere schaffen. Ich habe die Scharniere mit vorliegendem Anschlag für mein Projekt benötigt. Genaues Anzeichnen beim Bohren der Löcher ist Pflicht, ansonsten lassen sich die 4fach verstellbaren Scharniere gut justieren.
Zwei hätten hier sicher ausgereicht, da man sich im Laufe der Jahre aber bestimmt ein paar mal versehentlich an der Türe abstützen wird, habe ich vorsorglich 4 Küchenscharniere genommen.

G



Die Füße sollten verstellbar sein, damit man später auch auf weniger ebenen Bodenbelägen das Aquarium horizontal ausrichten kann.
Man kann solche Füsse natürlich auch kaufen, ich habe aber nicht das richtige gefunden (Belastbarkeit), und mir aus verschiedenen Teilen eigene gebaut.
Die M12 Gewindestange sitzt in einer eingeschweißten handesüblichen M12 Stahlmutter und wird von unten mit einer weiteren M12 Mutter gekontert.
Die Schweißpunkte habe ich mir für ein Bier von einem Freund machen lassen. Durch die Halteplatten wird das Gewicht von geschätzten 170 – 200 Kilo gleichmaßig auf die 19mm Bodenplatte verteilt. Tests mit Eindrehgewinden ließen bei mir das MDF brechen, deswegen habe ich die etwas aufwendigere Lösung gewählt. Die Gewindestangen lassen sich durch 16x16 mm Bohrungen in die Bodenplatte versenken damit die Füße nacher nicht hervorschauen.

I

 

J


Beim Lack hab ich auf günstigen Buntack zurückgegriffen. Im Grafittishop habe ich eine gute Beratung bekommen, zudem waren die Dosen gleichen Fabrikats um über 50% billiger als im Baumarkt. Grundierung sowie Klarlack kann man dort ebenfalls günstiger beziehen, die richtigen Caps (Düsen) gibts für 15 Cent.
Am Anfang lackiert man am besten ein paar Testbretter um ein wenig Übung zu bekommen.
Nach dem ersten Lackieren sollte man umbedingt nochmal zwischenschleifen. Nassschleifpapier in den Körnungen 200 400 und 800 bieten sich an. Ich habe 2 Mal lackiert mit normaler Trockenzeit und dann nach ein paar Tagen ein letztes Mal, damit die Lackschicht sich nicht mehr „bewegt“. Temperatur und Luftfeuchtigkeit bestimmen vorallem die Trockenzeit. Auch hier sollte man nicht ungedultig sein. Klarlack versiegelt mit 2 weiteren Schichten die Oberfläche,. Durch Zwischenschliff kann man den Glanz erhöhen.

H


Mit dem fertigen Ergebniss bin ich sehr zufrieden.

finish1finish2finish4
finish5finish7finish8finish10

 

 

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