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A piece of nature

10 Nov 2009 08:55 • geschrieben von Tom Waldert

Tom Waldert erzählt einige interessante Sachen über sein sehr attraktives Nano Aquarium. Aspekte wie Düngung, Technik und Ideen werden angerissen und geben gute Hilfestellungen für Personen, welche auch ein solch schönes Aquarium realisieren wollen.

Allgemeines:

Mein Name ist Tom Waldert, ich bin 16 Jahre und komme aus Schleiz in Thüringen. Schon als kleines Kind war ich von der Unterwasserwelt fasziniert, vor allem vom Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren. Leider durfte ich mir damals den Traum vom Aquarium noch nicht erfüllen.

Mein erstes Aquarium gönnte ich mir nach den Sommerferien 2008 und durchstöberte so ziemlich allen deutschen Foren, die sich mit der Thematik Aquaristik beschäftigen, da ich davon überhaupt keine Ahnung hatte. Mit dem steigendem Wissen, welches ich mir erlesen hatte, wuchs auch die Anzahl der Becken in meinem Zimmer.

Mit der Naturaquaristik beschäftige ich mich jedoch erst seit einem halben Jahr und kann auch mittlerweile immer mehr Scapes mein eigen nennen. In diesem halben Jahr habe ich mich sehr aktiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und sehr viele Dinge ausprobiert, um mir meine eigene Meinung aus diesen doch sehr vielen und unterschiedlichen comp PB080026 (800 x 600) Beiträgen zu bilden. Ich bin ein Mensch, der sehr viel ausprobieren möchte und da ist die Aquaristik eine gute Möglichkeit, denn hier führen sehr viele Wege zum Ziel.

Glücklicherweise musste ich in meiner noch sehr kurzen „aquaristischen“ Laufbahn noch keine fatalen Ereignisse wie z.b. Algenexplosionen, Krüppelwuchs oder Fischsterben in Kauf nehmen. Das habe ich aber auch zum Großteil meinem nährstoffarmen und weichem Leitungswasser zu verdanken(GH 6, KH 3), was mir auch den Kauf einer Osmoseanlage ersparte.

Mittlerweile bin ich ein großer Freund und Liebhaber von kleinen Naturaqaurien, die mich mit ihrer Liebe zum Detail immer mehr in ihren Bann gezogen haben. Aus diesem Grund und auch aus Kostengründen besitze ich nur kleinere Becken, in denen ich diese wirklich einzigartige Aquaristik betreibe, aber demnächst sind größere Projekte schon in Planung.

Technik:

Die Auswahl des Becken viel mir nicht schwer, als ich meinen jetzigen 38 Liter Cube im Internet sah. Ich habe mich damals für die  11 Watt Dennerle Nanoleuchten mit 6000 Kelvin entschieden und damit als Anfänger nur positive Erfahrungen  gesammelt und kann sie echt nur weiterempfehlen.

Für kleinere Becken ohne Abdeckung mit integrierten Lampen sind meiner Meinung nach kleine Rucksackfilter immer die preiswerteste und beste Lösung, da sie in dem begrenztem Gestaltungsraum nicht noch unnötig Platz in Anspruch nehmen und somit das Scape nicht unangenehm beeinflussen.
In meinen Nanocubes hängen ausschliesslich Aquatic/nature  Flow 60 Filter, die ihre Funktion bestens erfüllen!

Dass Co2 für den Pflanzenwuchs unverzichtbar ist, war mir zu Beginn meines Naturaquariums  nicht bewusst, was sich aber mit dem steigenden Interesse schlagartig änderte.
Da eine Co2 Anlage natürlich unabdingbar ist, habe ich mir gleich eine größere 2kg Flasche für dieses doch sehr zierliche Becken  angeschafft.

Heizer benutze ich mittlerweile in keinen meiner Becken, da meine Zimmertemperatur bei ca. 23-26 Grad Celsius liegt und es echte Geldverschwendung wäre.


Auswahl von Pflanzen, Hardscape, Bodengrund und Pflanzen:

comp PB080029 (800 x 600)Bevor man sich an die Auswahl der verschiedenen Komponenten macht, sollte man im Kopf ein klares Bild vom Becken haben. Am besten ist es, wenn man sehr lange überlegt, wie man das Scape aufbaut und welche Pflanzen es ansehnlicher machen. Dabei empfiehlt sich immer wieder das anfertigen einer Skizze. Natürlich werden auch viele Ideen umgeworfen oder verändert, da man eventuell eine schöne Wurzel oder einen einzigartigen Stein beim Stöbern in der Natur gefunden hat. Man sollte immer genug Hardscapematerialien sammeln, damit man mehr Auswahl bei der Gestaltung des Beckens hat. Hauruckaktionen auf gut Glück gehen meist nach hinten los und enden in einem feuchten Durcheinander, über das man sich am Ende der Arbeit nur ärgert.

Ich hatte damals mein Layout im Kopf und habe ewig lange die Wurzel fürs Becken gesucht und glücklicherweise auch gefunden. Die Wurzel habe ich nicht sonderlich viel gewässert, da ich sie aus einem Stausee bei uns in der Nähe hatte.
Die paar Steine, die ich brauchte, habe ich noch von den letzten Layouts im Beutel und konnte mir die passenden Formen und Größen raussuchen.

Den Boden legte ich mit sandgefüllten Nylonstrumpfhosen aus um beim Aquasoil zu sparen und es gibt bis jetzt keine negativen Auswirkungen davon. Da ich den Aquasoil schon in meinem kleinen 12 Liter Scape ausprobiert habe, kam für mich kein anderer Bodengrund in Frage, da er einen  wunderbaren und schnellen Pflanzenwuchs unterstützt. Jedoch muss der Umgang mit dem Aquasoil auch geübt sein, besonders in der Einfahrzeit eines Aquariums, die ja sowieso schon sehr problematisch ist.

In meinem Becken verwendete ich folgende Pflanzen: Javamoos, Eleocharis parvula, Zyperngras, Mooskugel, Anubias nana, echinodorus tellenus, Blyxa Japonica die ich mehr oder weniger noch aus meinen anderen Becken zur Verfügung hatte.
Ich setzte die Pflanzen bei einem Wasserstand von ca. 7 cm ins Aquasoil und  verbrachte  einige Stunden damit die ganze Stecklinge schön zu positionieren.
Gerade beim setzten der Pflanzen sollte man sich viel Zeit lassen und überlegen wie es wirkt wenn diese ausgewachsen sind und sich vermehrt haben.


Wasserwechsel,Düngung,sonstige Pflege des Beckens:


Aufgrund der Verwendung von Aquasoil, sollte man in den ersten Wochen besonders viel Wasser Wechsel um der starken Enthärtung,  hohen Nährstoffverhältnisse entgegen zu wirken.
Da dieses Becken eine geringe Literzahl aufweist ist es für mich kein Problem gewesen das komplette Wasser auszutauschen um somit nach einer kurzen Zeit feste Nährstoffwerte einzustellen.

Diese Wasserwechsel führte ich 2 Wochen lang täglich durch und verringerte sie dann langsam bis zur 5ten Woche, von da an wechselte ich nur noch am Wochenende.
Prinzipiell füge ich dem Wasser nach jedem Wasserwechsel Bittersalz und Gips hinzu um die Gesamthärte von 6 auf 12 zu erhöhen.

Nach jedem Wasserwechsel stellte ich in etwa folgende Makronährstoffwerte ein:

No3-10mg/l
Po4-0,15mg/l
K-5mg/l
Co2~30mg/l
Fe-sollte immer minimal nachweisbar sein und die 0,15mg/l Grenze nicht überschreiten
GH-12
KH-3 (kommt  glücklicherweise so weich aus der Leitung)

Diese Werte behielt ich bis zur 9 Woche bei, danach musste ich wegen nicht-Anwesenheit in der Woche  einen fertigen NPK Dünger benutzten.
Mein Vater kann sich ja schließlich nicht täglich aufopfern und eine halbe Stunde per Fotometer die Werte messen und fehlende Nährstoffe aufdüngen.
Doch zu meinem Glück ist meine erarbeitete Dosis für das Becken ideal und es läuft weiterhin problemlos und algenfrei.



Hier die Bilder von der Entwicklung des Beckens:


Wenige Stunden nach dem Einrichten

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Ende der 4. Woche:

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Ende der 9. Woche:

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Ende der 12. Woche:

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Ende der 14. Woche:

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Ende der 18. Woche:

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Ende der 21. Woche:

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